Prolog
Es ist ein kalter, grauer, verregneter Tag im Januar, an dem diese Geschichte beginnt. Die Morgendämmerung hat noch nicht eingesetzt und stete Regentropfen prallen auf die Straße vor dem Haus, platzen auf in kleinere Tropfen und benetzen den Asphalt … bilden dann kleine Rinnsale und fließen hinfort. Einige Regentropfen klopfen an die Fensterscheiben des bereits zu früher Morgenstunde erleuchteten Zimmers – fast, als wollten sie hereingelassen werden, um auch diesen Ort zu erobern. Doch trotz ihrer vehementen Versuche schaffen es diese kalten und nassen Regentropfen nicht, die wärmende und schützende Hülle dieses Ortes, der das Ziel der vor mir liegenden Reise sein soll, zu durchbrechen. Als läge diesem Ort eine gewisse Form von Magie inne.
Magie. Schließen wir unsere Augen und öffnen sie erneut – ganz frisch und mit neuem Blick. Und wir erkennen Magie an jedem Ort und in jeder Form. Unzählige Formen der Magie können wir nun entdecken. Die Magie der Natur, die zum Beispiel sich selbst durch Regentropfen, die an ein Fenster klopfen, eine eigene Stimme geben kann. Die Magie des Wortes – ein unermeßlicher Quell der Kraft an Erschaffung aber auch Zerstörung. Oder auch die Magie der Liebe – der wohl größten und auch unglaublichsten Form der Magie, die uns gleichwohl Mut, Stärke und Kraft geben kann wie auch Verletzlichkeit und Schmerz.
Hier, an diesem warmen und behüteten Ort, herrscht jedoch noch eine andere Form der Magie. Eine eher kleine Art. Hier existiert Puppenmagie. Magie, die – durch ein wenig Fantasie – Puppen wie mir Leben einhauchen kann. Und mich damit zu einem Teil ihrer selbst und der Welt um sie herum werden lässt.
